Unio Mystica - Die Konzelebration

Gemeinsames Feiern vs. Individuelle Messen

Historischer Kontext

In der frühen Kirche war die Konzelebration (das gemeinsame Feiern mehrerer Priester an einem Altar) Ausdruck der Einheit. Über die Jahrhunderte verschwand sie im Westen fast vollständig und blieb nur bei der Priester- und Bischofsweihe erhalten. Das II. Vatikanum stellte diese Form als Ausdruck der Kollegialität wieder her.

Quelle: Sacrosanctum Concilium (SC 57)

Vetus Ordo (Keine Konzelebration)

Jeder Priester feiert seine eigene Messe, oft an Seitenaltären zur gleichen Zeit (Missa Privata). Dies betont den objektiven Wert jedes einzelnen Opfers Christi.

Ausnahme: Nur Weihemessen. Hier sprechen die Neupriester die Wandlungsworte gleichzeitig mit dem Bischof.

Novus Ordo (Missa Stationalis)

Die Konzelebration ist heute der Standard bei großen Festen oder wenn mehrere Priester anwesend sind. Sie betont die Einheit der Kirche und des Priestertums.

Theologie: Ein Altar, ein Opfer, ein Priestertum. Alle konzelebrierenden Priester sprechen die Wandlungsworte leise mit.

Die Papstmesse & Konzelebration

Früher assistierten Kardinäle dem Papst als Diakone (Kardinaldiakone). Heute konzelebrieren sie. Der Wandel von der Assistenz zur Konzelebration ist einer der signifikantesten Unterschiede in der modernen Liturgie.

✠ Zurück zum Index ✠