Die Eschatologische Dimension des Kultes
Die Ausrichtung der Liturgie nach Osten ist weit mehr als eine historische Reminiszenz. Sie ist ein kosmisches Gebet. In der Tradition der Kirchenväter ist der Osten der Ort, an dem das Paradies lag und von dem aus Christus, der Sol Iustitiae (Sonne der Gerechtigkeit), am Ende der Zeiten wiederkehren wird.
Die Liturgie ist der Einbruch der Ewigkeit in die Zeit. In der Feier der Eucharistie wird der Schleier zwischen Himmel und Erde dünn. Wir feiern nicht als ob wir im Himmel wären, sondern wir treten real in die himmlische Liturgie ein.
Die Liturgie ist "kosmisch", weil sie die Materie (Brot, Wein, Wasser, Weihrauch, Licht) heiligt und zur Verherrlichung Gottes nutzt. Hier erfüllt sich die Bestimmung der Welt: Gott-durchlässig zu werden.