Kosmische Liturgie

Die Eschatologische Dimension des Kultes

Ad Orientem: Die Sonne der Gerechtigkeit

Die Ausrichtung der Liturgie nach Osten ist weit mehr als eine historische Reminiszenz. Sie ist ein kosmisches Gebet. In der Tradition der Kirchenväter ist der Osten der Ort, an dem das Paradies lag und von dem aus Christus, der Sol Iustitiae (Sonne der Gerechtigkeit), am Ende der Zeiten wiederkehren wird.

"Der Christ betet nicht zu einer Wand, sondern zum kommenden Herrn. Die Gebetsrichtung nach Osten macht die Liturgie zu einer Wanderung auf den Tag des Herrn hin."

Die Symbolik des Lichtes

  • Morgenröte: Symbol der Auferstehung.
  • Sonnenaufgang: Die Parusie (Wiederkunft) Christi.
  • Ostung: Die gesamte Schöpfung wird in das Gebet einbezogen.

Das Himmlische Jerusalem

Die Liturgie ist der Einbruch der Ewigkeit in die Zeit. In der Feier der Eucharistie wird der Schleier zwischen Himmel und Erde dünn. Wir feiern nicht als ob wir im Himmel wären, sondern wir treten real in die himmlische Liturgie ein.

Die Schöpfung im Kult

Die Liturgie ist "kosmisch", weil sie die Materie (Brot, Wein, Wasser, Weihrauch, Licht) heiligt und zur Verherrlichung Gottes nutzt. Hier erfüllt sich die Bestimmung der Welt: Gott-durchlässig zu werden.