Die Letzte Synthese der Tradition
Am Ende dieser Forschungsreise steht die Erkenntnis, dass Liturgie kein "Produkt" ist, das wir machen, sondern eine Wirklichkeit, in die wir eintreten. Sie ist das lebendige Gedächtnis der Kirche, in dem die Zeit aufgehoben wird.
Wie wir beten, so glauben wir, und so sollen wir leben. Die Liturgie ist der objektive Maßstab des Glaubens. Jede Veränderung am Kult zieht unweigerlich eine Veränderung des Glaubens nach sich. Die Krise der Liturgie ist immer auch eine Krise des Glaubens.
Die Liturgie gehört nicht dem Einzelnen oder der Gruppe, sondern der ganzen Kirche durch alle Zeiten hinweg. Sie ist ein Erbe, kein Experimentierfeld.
Zentrum der Liturgie bleibt das unblutige Opfer Christi am Kreuz. Ohne den Opfercharakter wird die Messe zum bloßen Mahl und verliert ihre vertikale Dimension.
Ob im Vetus Ordo mit seiner stillen Tiefe oder in den prachtvollen Gesängen des Ostens – die Liturgie ruft uns zur Theosis, zur Vergöttlichung. Sie ist die Brücke zwischen dem Endlichen und dem Unendlichen.